Buchbesprechung: Roland Girtler, "Ein Lesebuch: Das Beste vom vagabundierenden Kulturwissenschaftler"

Schuljahr 2014/15
Ana, eine Schülerin aus dem C1 Kurs hat ein Buch des Wiener Soziologen Roland Girtler gelesen. Es heißt
"Ein Lesebuch: Das Beste vom vagabundierenden Kulturwissenschaftler"
In dem folgenden Text berichtet Ana über ihre Lektüre dieses Buches und sagt uns, warum sie dieses Buch sehr interessant gefunden hat. 

 Buchbesprechung: 
 Roland Girtler 
 "Ein Lesebuch: 
 Das Beste vom vagabundierenden Kulturwissenschaftler" 

Miguel, unser Deutschlehrer an der  E.O.I von Linares, hat mir dieses Buch geliehen. Ich habe Roland Girtler kennengelernt, weil wir einen Text über ihn in dem Kursbuch von C1 gelesen haben. Girtler ist ein österreichischer Soziologe, er ist Universitätsprofessor in Wien und ein „Querdenker“, dass heiβt, eine Person, die sich anders als ihre Kollegen in der Universität verhält.


Gitler trifft sich oft mit den Studenten in wienerischen Cafés. Die Themen seinen Bücher sind auch ein bischen „am Rand“ der normalen Themen von Akademikern. Girtler schreibt über Prostituierte, über die Landleute, über das Leben auf dem Lande, und über das Vagabundieren. Das Vagabundieren und das Jonglieren, das Klettern, Wandern und das Radfahren sind wichtige Aktivitäten für ihn. Aber sie sind auch eine Metapher.

Im ersten Kapitel geht es um das Leben im Konvikt. Der Titel ist „Von der Enge und Strenge der alten Schule“. Als Girtler elf Jahre alt war, ging er in ein Klosterinternat. Er war ein Schüler und er wohnte mit den Priestern. Die Schule kontrollierte alles: wie die Kinder leben, ihre Arbeit, was sie aβen. Es war eine Klosterschule. Girtler hat eine Nummer bekommen und alles, was er zu tragen hatte (Hosen, Mantel, Hemde...) wurden mit dieser Nummer versehen. Girtler macht eine Typologie des Studenten in der Schule: Der Streber, der intelligente Student, der faule und dumme, der faule und intelligente, der dominierende, der rebellierende....und so weiter.

Viele von seinen Mitschuler wurden von ihren Eltern aus der Schule genommen, weil sie nicht genug lernten, andere, weil sie gegen die Regeln des Klosters verstoβen.

Er erklärt die Karriere des Studenten als die Stufen der Rebellion. Diese Schüler mussten lernen zu überleben. Deshalb gibt es Strategien des „Überlebens im Konvikt“. Humor war eine wichtige Strategie, zum Beispiel, die Spitznamen der Professoren und der Schüler. Schlägereien und Verspottung waren ganz normal für die unteren Klassen.

Kamaradeschaft war auch sehr wichtig zwischen den Schülern: Sie saβen im gleichen Boot. Girtler erinnert sich an viele Kameraden und warum sie bekannt waren. Im Allgemeinen waren sie Söhne von reichen Bauern, Ärtzen, Rechtsanwälten oder noblen Leuten. Aber es gab auch die Söhne von Kleinbauern und Maurern. Alle waren vereint. Troztem gab es eine Art Rangordnung.

Ein anderes Kapitel widmet sich  den Wildschützen. Wildern war eine Aktivität für Menschen, die keinen Herrn hatten. Wenn die Zeiten schlecht waren, ist die Landbevölkerung wildern gegangen. Girtler hat sich mit vielen Menschen über Wilderer unterhalten. In seiner Familie waren auch Verwandte, die gewildert haben. Wildern war Not und Leidenschaft.

Ein drittes, komisches Thema ist das Leben der Frauen, die sich um die Pfarrer und  ihr Haus kümmerten. Girtler hat sich für das Leben der Pfarrersköchin interessiert. Der Pfarrer und seine Pfarrersköchin erfreuten sich im Leben des Dorfes oder des Stadtviertels hoher Achtung.

Mein Lieblingskapitel von diesem Buch ist „Auf dem Fahrrad zum heiligen Franziskus“. Girtler ist kein junger Mensch, aber er hat allein diese Reise  von Österreich nach Asisi (Italien) gemacht. Er wollte den Pilgern des Mittelalters nachfolgen, weil er sagt, dass wir alle nur Pilger auf dieser Erde sind. Der Soziologe beschreibt, wie er die Reise vorbereitet hat, welche Leute er getroffen hat, die Landschaften zwischen Osterreich und Italien. Ich verstehe, dass diese Reise eine „geistliche“ oder eine Reise der Seele ist. Die Natur hat auch eine Hauptrolle darin. Das ist der Grund, warum mir dieses Kapitel am besten gefällt.

„Zwischen Gut und Böse“  gibt es eine interessante Betrachtung über die „heiligen Vorurteile“. Es gibt immer Menschen, die sich für besser als die anderen halten. Girtler erklärt wichtige Begriffe in einer Gesellschaft: Fundamentalismus, Political Correctness, Verrat, Tratsch, Niedertracht. Es gibt auch in diesem Kapitel eine Forschung  über die Rituale, Symbole, Regeln der Welt der Prostitution. Das erste Mal war Girtler in einem Lokal von einem freundlichen Herr eingeladen. Girtler hat ihn im Krankenhaus kennngelernt. Interessant sind die Ergebnisse dieser Arbeit von Girtler. Für diese Frauen ist die Distanzierung zum Kunden sehr wichtig.

Am Ende des Buches schreibt der Professor über das Leben auf dem Lande.

Der alte Landarzt musste früher selbst Operationen durchführen. Die Bauern, überall viele Frauen, kannten Hausmittel, alte Rezepte und Heilkräuter, mit denen sie Krankheiten von Menschen und Tieren linderten.

Girtler sagt, dass der echte Bauer in gewisser Harmonie mit der Natur lebt. Sein Ziel ist keine Gewinnmaximierung. Es ist anders als viele Firmen von heute, die keine guten Praktiken haben: Schweine, Kühe, Kälber sind von Menschen gequält, denn sie sollten mehr und mehr produzieren. Gesundes Esssen kommt von Bauern, sagt Girtler, und nicht von der Chemie und Artzmitteln.
Man will den künftigen Generationen eine Welt hinterlassen, die Lebenswert ist. Ein Begriff, der aus der Wirtschaft kommt, ist Nachhaltigkeit. Girtler glaubt, dass es  eine Verschleierungstaktik ist. Wir müssen von alten Bauern lernen: Heute sind die Bauern zum Manager geworden. Bescheidenheit gegen Konsum und Gewinnmaximierung ist die Lektion der alten Bauern.

Gitler erklärt, wie das Leben der kleine Leute war: ein paar Kühe, zehn Hühner, ein Esel, ein Schwein waren genug. Sie machten die Butter selber und Topfkäse. Die kleinen Bauern überlebten durch Autarkie.
Ein Phänomen war das Leben auf der Alm: Mädchen, die auf der Alm von Juni bis September waren. Sie kümmerten sich um die Kühe, während die Leute das Getreide und das Heu ernteten.
Zum Schluss, beschreibt Girlter die Häuser von alten Bauern: die Gute Stube, der Backofen auβerhalb des Hauses und so weiter.

Es ist ein interessantes Buches. Man kann viel lernen, und ich empfehle euch die Lektüre dieser Arbeit von Professor Girtler.

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